3. Lieber auf- und erklären, als streiten.

Guten Tag,
 
ich bin neugierig, wie es Ihnen seit letzter Woche ergangen ist. Gab es vielleicht wie so häufig die Situation, dass Ihr Kind Ihrer Meinung nach zu viel mit seinem Smartphone zu Gange ist? Sie können die Nutzung beschränken! Werden Sie sich klar darüber, was Sie möchten. Legen Sie fest, wie häufig und wie lange Ihr Kind sein Smartphone nutzen darf. Sicherlich wird Ihr Kind davon nicht begeistert sein, wenn Sie beispielsweise die Surfdauer im Internet verkürzen oder bestimmte Apps sperren. Wichtig ist für Sie als Mutter oder Vater zu erfahren, wie Sie mit dem Frust Ihres Kindes umgehen können. In den nächsten Kapiteln bekommen Sie darüber mehr Informationen. Hier sei schon einmal kurz erwähnt: Erklären Sie Ihrem Kind genau, warum Sie die Nutzung beschränken. Letztendlich ist es ja, weil Sie es schützen möchten. Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Kind dies mitteilen.
 
Was also tun, wenn zwischen Ihnen und Ihrem Kind ein Streit übers Smartphone entbrennt? Hatten Sie in der letzten Woche vielleicht eine Situation, in der Sie mit Ihrem Kinder erneut in einen Konflikt wegen seiner Smartphonenutzung gekommen sind?
 
Hat Sie der Streit darüber genervt, frustriert oder traurig gemacht? Vielleicht haben Sie sich auch unverstanden oder alleingelassen gefühlt. Konnten Sie sich in einer solchen Situation an Sätze wie „Es hat rein gar nichts mit mir zu tun, dass mein Kind noch nicht am Esstischsitz sondern mit seinem Smartphone spielt, denn die Dinger sind einfach so fesselnd…..“ erinnern?
 
Wenn Ihnen das gelungen ist, sind Sie auf einem hervorragenden Weg und Sie haben schon sehr viel in eine gute Richtung bewegt. Weiter so!
 
Und: Es ist ebenso normal, dass der Alltag Sie vielleicht gefangen genommen hat. Darüber haben Sie ganz vergessen, dass Sie doch was anders machen wollten, zumindest ausprobieren wollten. Das ist nicht schlimm! Seien Sie nicht streng, seien Sie wohlwollend zu sich und sagen Sie sich: Dann versuche ich es eben bei der nächsten Gelegenheit. Sie wissen ja, diese wird sicherlich kommen, das ist das Gute. Und: Packen Sie es wirklich an, nehmen Sie Ihren inneren Schweinehund an die Hand und stellen Sie sich Ihren Herausforderungen! Gehen Sie heute den ersten Schritt, dann können Sie schon morgen sagen: „Ich habe mein Leben verändert!“
 
Also was nun tun, wenn Sie spüren, dass Sie das Thema ums Smartphone sehr emotional werden lässt? Ich geben Ihnen nach und nach einige Hinweise, die eine solche Situation entspannen können.
 
Selbstverständlich ersetzen diese keine Therapie und Sie probieren die Tipps eigenverantwortlich aus.
 
Vorneweg gleich einmal: Es ist wenig hilfreich, wenn Sie gerade sehr wütend sind, mit Ihrem Kind eine Diskussion zu führen. Das haben Sie sicherlich auch schon gemerkt. Gehen Sie also erst einmal aus dem Raum. Sie können zu Ihrem Kind kurz so etwas sagen wie „Ich merke, ich bin grad total sauer/aufgebracht/… weil Du sehr häufig mit Deinem Smartphone spielst und beispielsweise nicht zum Abendessen kommst…. ich muss erst mal alleine sein.“ Vermeiden Sie Schuldzuweisungen mit „Du bist/hast….und darum werde ich sauer“, denn kein Mensch kann Gefühle in Ihnen „machen“. Sie sind selbst für Ihre Gefühle zuständig. Es kann sein, dass Ihr Kind etwas in Ihnen ausgelöst hat, bei dem Sie Wut, Zorn oder Trauer entwickeln.
 
Noch einmal: Lassen Sie sich in einem sehr emotionalen Zustand auf keine Diskussion ein, das hält Sie in der altbekannten und wenig hilfreichen Dynamik und schafft für den Moment keine Lösungen. Sagen Sie: „Ich muss jetzt mal für mich sein.“ und gehen Sie aus der Situation.
 
Weitere konkrete Schritte zur Vorbereitung eines konstruktiven Gesprächs über die Smartphonenutzung und -beschränkung erhalten Sie in den nächsten Kapiteln.
 
Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einmal sagen:
 
Es ist ganz normal, wenn Sie immer und immer wieder mit Ihrem Kind die gleichen Streits wie beispielsweise übers Smartphone führen. Solche Themen können sich zu Dauerbrennern entwickeln. Ihre altvertrauten und häufig wenig hilfreichen Lösungsstrategien können Sie immer wieder einholen. Das geht allen Menschen so. Und: Wir haben die Fähigkeit, uns zu ändern, neue hilfreiche Erfahrungen zu machen.
 
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
 
Ihre Eva-Maria Pitman

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