6. Das Mutter-Kind Gespräch

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,
 
in dieser Woche stelle ich Ihnen ein mögliches Gespräch mit Ihrem Kind über die Smartphone-Nutzung vor.
 
Konstruktiv ist ein solches Gespräch meist erst dann, wenn Sie die erforderlichen vorbereitenden Schritte unternommen haben (siehe die letzten Kapitel).
 
Sie sitzen nun also beispielsweise mit Ihrem 10-jährigen Kind zusammen und könnten mit folgenden Worten beginnen:
„Wir haben ja beide gemerkt, dass wir uns immer wieder darüber streiten, wie häufig und wie lange Du Dein Smartphone benützen willst. Ich bin da ja meist anderer Meinung als du. Ich streite mich jedoch nicht gerne mit Dir. Dann ist meine Stimmung schlecht und ich bin wütend oder traurig und Dir geht es mit den Konflikten ja sicher auch nicht gut…..Darum möchte ich gemeinsam mit Dir überlegen, wie wir damit besser umgehen können. Möchtest Du das auch?
 
„Ja“
 
„Hast Du vielleicht schon eine Idee, was wir tun könnten?“
 
„Ja, Du könntest mich einfach so viel und so lange ich will mein Smartphone benutzen lassen.“
 
„Hm, ja, das wäre aus Deiner Sicht sicherlich toll, das kann ich verstehen. Damit geht es mir aber nicht gut. Ich bin Deine Mutter und Du bist mir sehr wichtig und ich möchte gut für Dich sorgen. Und dazu gehört für mich, Dinge nicht zuzulassen, von denen ich denke, sie sind nicht förderlich für Dich. Ich kann mir vorstellen, dass Dich das unglaublich nerven kann und Du das auch nicht immer verstehen kannst. Und dennoch will ich das so machen, weil ich Dich sehr lieb habe.“
 
„Ja, aber alle anderen dürfen auch die ganze Zeit mit ihrem Smartphone spielen.“
 
„Ja, Du fühlst Dich da vielleicht manchmal ungerecht behandelt. Und ich mache das, weil ich denke, dass das für Dich gut ist. Nicht weil ich Dich ärgern oder nerven möchte. Ich möchte Dich schützen, weil ich einfach Gefahren sehe, wenn Du Dein Smartphone zu viel benutzt. Oder wenn Du im Internet rumsurfst auf Seiten, die vielleicht noch nicht für Dich bestimmt sind. Und ich weiß, wie schnell man ganz neugierig werden kann bei neuen Dingen. Als Kind waren für mich auch oft die Dinge am spannendsten, die verboten waren.
Also ich habe mir überlegt, dass wir die neue Android App installieren, weil da kann ich dann bestimmte Schutzfunktionen einstellen. Beispielsweise wie lange Du im Netz surfen kannst und welche Seiten Du besuchen kannst und welche nicht. Das stellen wir einmal ein und dann müssen wir nicht immer wieder darüber streiten, weil das dann so gilt. Verstehst Du?“
 
„Ja aber das ist dann bestimmt viel zu kurz!!!“
„Ja wie lange meinst Du denn, dass Du täglich im Internet sein möchtest oder musst?“
 
„3 Stunden!“
 
„Hm, das finde ich wirklich ein bisschen viel. Eigentlich denke ich ja, Du müsstest das gar nicht machen übers Smartphone, von mir aus wäre also eine Stunde am Tag in Ordnung.“
 
„Nein!!! Wir verabreden uns doch oft ganz spontan zum Treffen mit Freunden und das krieg ich dann ja gar nicht mit!!!“
 
„Du könntest Dich doch auch anrufen lassen!“
 
„Das macht doch keiner!!!“
 
„Hm, ja was schlägst Du vor?“
 
„3 Stunden!“
 
„Das ist mir einfach zu viel. Lass es uns doch jetzt mal mit der halben Zeit für die nächsten zwei Wochen versuchen und wenn Du nach dieser Zeit merkst, dass es Dir gar nicht reicht, überlegen wir einfach noch einmal, was wir verändern könnten. Ich möchte das jetzt erst mal mit 1,5 h versuchen. So stelle ich Dir die App ein. Ich verstehe auch, wenn Du jetzt manchmal schlechte Laune hast deswegen. Und mir ist es wirklich wichtig, Dich zu schützen. Hast Du noch eine Idee, wie es Dir ein wenig leichter fallen kann, das Gerät weniger zu brauchen? Vielleicht können wir dann statt dessen mal wieder was Gemeinsames unternehmen, was uns beide Freude macht? Hast Du eine Idee?“
 
„Nö, grad nicht.“
 
„Na gut, wenn Dir was einfällt, sag´s mir, ich überlege auch mal…..“
 
 
So oder so ähnlich könnte ein mögliches konstruktives Gespräch ablaufen. Versuchen Sie, Ihr Kind miteinzubeziehen und bleiben Sie sachlich, freundlich und klar. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
 
Ihre Eva-Maria Pitman

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