7. Wie wirkt die konstante Smartphone Nutzung auf das menschliche Gehirn

Hallo liebe Leserin, lieber Leser,
 
heute werden wir uns damit beschäftigen, wie die Nutzung von Smartphones das Gehirn unserer Kinder verändert.
 
Viele Eltern denken, dass zu langes und häufiges Fernsehen oder Computerspielen für Ihre Kinder schädlich sei. Tatsächlich ist es aber auch so, dass selbst das Benützen von Smartphones die Gehirnstrukturen unserer Kinder beeinflussen. Die sogenannten neuronalen Strukturen verändern sich auch durch häufige Nutzung von Smartphones. Was sind neuronale Strukturen mögen Sie sich fragen? Unser Gehirn besteht aus rund 100.000 Nervenzellen, die sogenannten Neuronen. Diese stehen über Synapsen in Verbindung und kommunizieren miteinander. Und je nachdem, womit Sie Ihr Gehirn tagtäglich fordern, bilden sich entsprechende Strukturen, wie Strassen oder Autobahnen. Zu Beginn sind es noch schmale Verbindungswege, die durch intensive Nutzung immer dicker werden. Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt dazu: „Die sind dann so beschaffen, dass man, wenn man einmal drauf kommt, nicht wieder runterkommt.“ Gerald Hüther erklärt, Betroffene würden nur einen Computer sehen, schon hätten sie das Bedürfnis, sich davor zu setzen. Doch jede Stunde, die am Computer oder Smartphone verbracht wird, hindert das Gehirn Ihres Kindes daran, sich für die Herausforderungen des tatsächlichen Lebens zu entwickeln.
 
Je mehr sich ein Mensch also mit Fahrradfahren beschäftigt, desto größer und breiter ist die Verbindung, die „Strasse“ im Gehirn „Fahrradfahren“ mit all seinen notwendigen Funktionen (Lenken, Treten, Steuern, Gleichgewicht halten….) ausgeprägt. Wenn Ihr Kind nun viel am Smartphone sitzt, ist die „Strasse“ „auf der Tastatur schnell tippen“, besonders breit. Und je mehr Ihr Kind tippt, desto stärker werden nun diese Verbindungen im Gehirn und desto schneller kann ihr Kind tippen. Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt dazu: „Wir wissen ja schon seit einiger Zeit, dass das Gehirn so wird, wie man es benutzt. Wir haben so ein Beispiel seit zehn Jahren: eine Region, die ist ungefähr hier oben, der sensomotorische Cortex, der zuständig ist für die Regulierung der Daumenbewegung. Die Region ist inzwischen fast doppelt so groß geworden, bei den 15 jährigen. Da gehört auch dazu, dass diese jungen Leute viel schneller optische Eindrücke wahrnehmen, dass die viel schneller darauf reagieren auf das was da an Bildern vorbeimarschiert.“
 
Wenn wir Menschen jedoch eine Fähigkeit perfektionieren, bleiben andere auf der Strecke. Und das ist im Falle von exzessiver Smartphonenutzung häufig der Verlust von Konzentration und sozialer Kompetenz.
 
Woran aber liegt das nun?
 
Der Neurobiologe Gerald Hüther beschreibt dies so: „Wenn wir uns ständiger Informationsflut (wie beispielsweise die Nutzung von Smartphones) aussetzen, stellt sich unser Gehirn darauf ein. Besonders unserem sog. Stirnhirn tut diese Reizüberflutung jedoch nicht gut. Direkt hinter der Stirn liegt eine der wichtigsten Kommandozentralen, der Frontalkortex. Dort liegen Netzwerke, mit denen wir uns in andere Menschen hineinversetzen können, mitfühlen können, Handlungen planen können, lernen, mit Frust umzugehen und unsere Impulse steuern lernen. Studien zeigen, dass junge Menschen, die einen hohen Medienkonsum haben, und dazu gehört auch die Nutzung von Smartphones, Probleme bekommen, den Frontalkortex aufzubauen. Und daraus erklärt sich, warum diese Kinder Schwierigkeiten haben können mit sozialer Kompetenz, Impulskontrolle und Konzentrationsfähigkeit. Auch Gestik und Mimik verkümmern bei den Kindern, die zu viel Zeit in der digitalen Welt verbringen.
 
Gerald Hüther sagt: „Wenn ich fünf Stunden am Tag vor dem Computer sitze, kann ich zum Beispiel nicht auf Bäume klettern, ich kann meinen Körper nicht bewegen. Und deshalb wäre es wichtig, dass wir unseren Kindern einfach deutlich machen, für eine Zukunftsfähigkeit ist es großartig, wenn man die modernen Medien wunderbar benutzen kann, aber es ist gleichermaßen wichtig, dass man mit anderen Menschen Konflikte lösen kann, dass man seinen eigenen Körper noch beherrscht und wenn das alles gleichgewichtig passiert sind diese modernen Medien ein wunderbares Instrument. Das Gehirn wird so, wie man es benutzt. Wir müssen uns deshalb fragen, ob wir die Verantwortung für die Strukturierung des Hirns unserer Kinder weiter allein den Werbestrategen der Hersteller von Handys, Android Smartphones und Computerspielen überlassen wollen.“
 
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Bis nächste Woche!
 
Ihre Eva-Maria Pitman

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