8. Lieber Sport als Daddeln

Hallo lieber Leser, liebe Leserin,
 
letzte Woche haben Sie ein wenig über den Einfluss von intensiver Mediennutzung wie beispielsweise durch Smartphones auf das kindliche Gehirn erfahren. Auch heute werden wir uns diesem Thema noch einmal widmen.
 
Was früher nur erahnt werden konnte, ist heutzutage durch Forschung und Studien belegt: Mediennutzung hat einen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns unserer Kinder.
 
Manfred Spitzer ist einer der führenden Kritiker exzessiver Mediennutzung bei Kindern. Er kritisiert, dass das aktive Lernen durch die Nutzung von Smartphones und co. verloren ginge. Das Gehirn braucht aktives Training, wie ein Muskel und müsse gefordert werden. Mediennutzung jedoch sei bloßer Konsum und fordere das Gehirn unserer Kinder nicht ausreichend, ja schade ihm sogar. Manfred Spitzer spricht von „digitaler Demenz“, da uns die digitalen Medien die geistige Arbeit abnehmen würden. Alles, was einmal mit dem Kopf gemacht wurde, wird heute durch Computer, Navigationsgeräte und Smartphones ersetzt. Wir lassen quasi die Geräte für uns arbeiten, unser Gehirn muss weniger leisten und das Gedächtnis lässt nach. Nervenzellen sterben ab. Spitzer sagt weiter, dass digitale Medien sogar süchtig machen.
 
Besonders in den ersten 20 Jahren unseres Lebens ist es entscheiden, wofür wir unser Gehirn benützen. Je mehr wir geistig gefordert sind, desto „schlauer“ werden wir. Auch das Erkranken an Demenz kann vermieden oder herausgezögert werden. So gibt es Forschungsergebnisse, wonach Menschen, die zweisprachig aufgewachsen sind, im Schnitt 5 Jahre später an Demenz erkranken. Auch aus China gibt es alarmierende Forschungsergebnisse: Als dort Laptops in Grundschulen eingeführt wurden, nahm die Fähigkeit zu Lesen um 50 % ab.
 
Und vielleicht sollten wir auch für uns selbst einmal unsere Mediennutzung überprüfen. Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Wer immer das Navigationsgerät benützt, fördert, dass die Nervenzellen im Hippocampus absterben. Dieser Teil im Gehirn ist unter anderem dazu da, die Fähigkeit zu haben, sich zu orientieren. Wird diese Fähigkeit nicht gefördert, wird man früher dement. Also verzichten Sie hin und wieder auf Ihr Navi und: Gehen Sie joggen! Dann Bewegung fördert das Wachstum von Nervenzellen im Hippocampus. Manfred Spitzer sagt: „Der Hippocampus ist der einzige Ort im Gehirn, an dem dauernd Nervenzellen nachwachsen. Sie sterben allerdings auch ständig. Hier kommen die digitalen Medien gleich zweimal auf negative Weise ins Spiel. Erstens: Die Leute, die davor hocken, bewegen sich weniger. Zweitens: Sie sind gestresst. Das hat mit dem Aufforderungscharakter des Mediums zu tun. Ständig müssen sie reagieren. Das Gehirn macht zwar von selbst dicht, wenn es ihm zu viel wird. Aber das Gefühl, die Sache nicht mehr im Griff zu haben, dem Medium passiv ausgeliefert zu sein, bleibt. Das ist identisch mit Stress. Stress macht Hirnzellen kaputt.“
 
Wenn Sie nun all dies wissen, machen Sie sich Gedanken und überlegen Sie sich, welche Zukunft Sie ihrem Kind ermöglichen möchten. Schränken Sie die Nutzung des Handys ein. Vielleicht macht Ihnen das Wissen um die Schädlichkeit zu häufiger und intensiver Nutzung des Smartphones manche Auseinandersetzung mit Ihrem Kind leichter. Bleiben Sie dabei und schützen Sie Ihr Kind. Tun Sie ihm etwas Gutes!
 
Ihre Eva-Maria Pitman

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