9. Wir Eltern als Vorbild

Lieber Leser, liebe Leserin,
 
heute gehen wir der Frage nach, welchen Einfluss Sie als Eltern auf die Smartphone-Nutzung Ihrer Kinder haben.
 
Wenden wir uns hierzu erst einmal dem Thema „Eltern als Modell“ zu.
Kinder erlernen viele Verhaltensweisen, indem sie Personen, die für sie wichtig sind, beobachten und nachahmen. Meistens sind es Vorbilder wie die Eltern, aber auch Lehrer oder Geschwister. Wichtig ist auch, dass die Kinder eine emotionale Bindung aufgebaut haben zu ihrem Vorbild, um ihm nacheifern zu wollen.
 
Besonders in den ersten Lebensjahren übernehmen Eltern eine Modellfunktion für ihre Kinder. Sie sind meist die wichtigsten Bezugspersonen. Die Kleinen orientieren sich an ihnen, sie lernen, wie Mama und/oder Papa mit Problemen und Gefühlen umgehen und wie diese ihr Leben gestalten. Darum ist es wichtig, dass Eltern selbst gute Bewältigungsstrategien für Herausforderungen des Lebens entwickeln.
 
Kinder sehen sich genau an, was ihre Eltern tun. Und wie sie es tun. Dies zieht sich durch alle Bereiche. Sie erleben also auch, wie Mama und Papa mit ihrem Medienkonsum, dazu zählt auch die Nutzung des Smartphones, umgehen. Die Kinder erleben tagtäglich, wie häufig ihre Eltern vor dem PC sitzen oder wie bewusst sie mit ihrem Handy umgehen oder nicht. Vielleicht greifen die Eltern selbst noch mal schnell zum Smartphone, während sie eigentlich im Gespräch mit Freunden sind etc. Hier gibt es sicherlich viele Beispiele, die Sie von sich selbst oder ihrem Umfeld kennen.
 
Schauen wir uns doch einmal an, wie Ihr persönlicher Umgang mit Ihrem Smartphone ist.
Ich möchte Sie einladen, sich selbst kritisch zu betrachten und sich Gedanken über Ihren Medienkonsum, Ihre Smartphone-Nutzung zu machen. Hilfreich kann es auch sein, wenn Sie sich für eine Woche notieren, wie oft, bei welcher Gelegenheit und wie lange Sie Ihr Smartphone nutzen. Vielleicht sind Sie erschrocken oder aber auch überrascht über die tatsächliche Zeit, die Sie mit Ihrem Gerät verbringen.
 
Schliessen wir nun den Kreis und gehen wir davon aus, dass Kinder „am Modell lernen“.
Für Ihr Kind wird es nicht nachvollziehbar sein, warum es gar nicht oder weniger als Sie zum Smartphone greifen soll. Denn noch einmal: Kinder lernen durch Nachahmen. Jedes Kind möchte von Geburt an eifrig lernen und sich weiterentwickeln. Dazu orientiert es sich an den „Großen“. Das Kind folgert: Das, was Mama und Papa tun, ist richtig und nachahmenswert. Überprüfen Sie also Ihre eigene Smartphone-Nutzung. Selbstverständlich heißt das nicht, dass Ihr Kind alles das machen darf, was Sie tun. Dennoch hat Ihr eigenes Verhalten einen Einfluss auf das Ihres Kindes.
 
Sicherlich ist Ihr persönlicher Smartphone-Konsum nicht allein verantwortlich dafür, wenn es zwischen Ihnen und Ihrem Kind Probleme hinsichtlich seiner Nutzung gibt. Es ist ein kleiner Baustein, es gibt noch zahlreiche andere Einflussfaktoren.
 
Sehen Sie das heutige Thema „Lernen am Modell“ als kleinen Denkanstoß, sich ehrlich und kritisch mit der Thematik auseinanderzusetzen. Wie oft werfen Sie vielleicht selbst einen kleinen Blick aufs Smartphone während Sie Abendessen und verlangen von Ihrem Kind, dass es dies nicht tun soll? Es wird schwer verstehen können, warum Ihr Blick aufs Gerät wichtiger sein soll als seines.
 
Und: Freuen Sie sich daran, was Ihr Kind schon alles durch Sie gelernt hat, und dass es so gut groß geworden ist. Erinnern Sie sich an die ersten Momente, als es Sie angelächelt hat! Dies hat es von Ihnen gelernt. Wie oft haben Sie es angesehen und liebevoll mit ihm gesprochen, bis es zurückgelächelt hat……
 
Haben Sie eine schöne Woche mit Ihrem Kind!
 
Ihre
 
Eva-Maria Pitman

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