10. Smartphone – das Handy als Alleskönner

Lieber Leser, liebe Leserin,
 
haben Sie sich eigentlich schon mal gefragt, was ein Smartphone so alles kann?
 
Es ist Telefon, Kamera, mp3 Player, Minicomputer, Radio, Fernseher, Spielekonsole, Ortungsgerät, Navi, mobiler Internetzugang, Taschenrechner, Videoplayer und vieles mehr in einem. Und dann gibt es noch unzählige Apps, die die Funktionen des Gerätes erweitern. Es gibt Apps, über die man Zugriff hat auf das aktuelle TV-Programm, Apps, die über das Weltgeschehen informieren, Kochrezepte-Apps, oder solche, die die Buchung von Flug- und Bahntickets übernehmen. Die junge Generation nützt besonders Social-Network-Apps wie Facebook oder Whats App.
 
Verständlich, dass unsere Kinder diese Geräte unglaublich faszinierend finden und dass sie aus dem Alltag kaum noch wegzudenken sind.
 
Das Thema Smartphone ist für Eltern besonders herausfordernd, da die Kinder das Gerät immer bei sich haben, überall mit hinnehmen und jederzeit darauf zugreifen können. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sie mit Ihrem Kind über die Nutzung seines Gerätes im Gespräch bleiben und deshalb ist auch hier der Kinderschutz/die Kindersicherung besonders wichtig.
 
Es ist kaum möglich, dass Ihr Kind über alle Risiken Bescheid weiß. Da sind sicherlich Sie selbst schon überfordert. Es fängt bei den Kostenfallen an und geht hin bis zu gefährlichen Kontakten, die schnell übers Internet geschlossen sind. Haben Sie Ihrem Kind bereits gesagt, dass es nicht ungefragt andere Menschen fotografieren darf und die Bilder einfach ins Netz stellen darf? Vermitteln Sie ihm die wichtigsten Sicherheitsregeln und nützen Sie zusätzliche Schutzfunktionen, die den unkontrollierten Nutzen des Smartphones Ihres Kindes reglementieren.
 
Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wofür es sein Smarthpone nützen darf und was in Ihren Augen sinnvoll ist. Gegen das Fotografieren oder Nutzen des Taschenrechners werden Sie sicherlich nichts einzuwenden haben. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was das Gerät alles kann und sprechen Sie mit ihm darüber, welche Nutzung Sie für sinnvoll halten und was Sie nicht wollen. Entwickeln Sie gemeinsame Vereinbarungen. Tauschen Sie sich mit Ihrem Kind darüber aus, welche Grundregeln gelten sollen. Sagen Sie ihm beispielsweise, dass Telefonieren in gewissen Situationen sehr störend und unhöflich sein kann. Überlegen Sie gemeinsam, welche Momente das sein können. Machen Sie dies an konkreten Beispielen deutlich: In der Bibliothek oder an Orten, an denen Menschen Ihre Ruhe wollen, soll Ihr Kind nicht telefonieren oder Anrufe empfangen. Das Gerät sollte auf lautlos gestellt werden.
 
Bleiben Sie im Gespräch über all diese Themen. Sie können immer mal wieder nachfragen, ob Ihr Kind mit seinem Gerät klarkommt oder ob es Probleme hat. Sagen Sie ihm auch, selbst wenn es in eine Kostenfalle getappt ist oder unsicher über irgendetwas ist, soll es zu ihnen kommen, bevor sich die Sache noch verschlimmert. Wenn so etwas passiert ist, schimpfen Sie nicht, sondern überlegen Sie gemeinsam, wie so etwas das nächste Mal verhindert werden kann. So bleiben Sie im Kontakt mit Ihrem Kind und es muss nicht beginnen, Dinge heimlich zu tun.
 
Es ist übrigens wenig sinnvoll, das Smartphone Ihres Kindes heimlich zu überprüfen, an bestimmten Einstellung kann man sehen, wann das Gerät als letztes benutzt wurde. Sollte Ihr Kind dann merken, dass Sie es heimlich kontrollieren, wird Ihr Vertrauensverhältnis sicherlich einen erheblichen Schaden nehmen. Smartphones sind die Tagebücher der heutigen Generation. All die persönlichen Nachrichten und Fotos geben viel preis über unsere Kinder. Wenn Sie Sorgen haben, dass Ihr Kind nicht gut umgeht mit seinem Gerät, sprechen Sie Ihr Kind direkt an. Und schützen Sie Ihr Kind schon im Vorfeld, indem es sein Smartphone nicht uneingeschränkt nützen kann.
 
Nächste Woche gibt es an dieser Stelle weitere Tipps zum richtigen Umgang mit dem Handy für Ihre Kinder.
 
Herzliche Grüsse
 
Ihre Eva-Maria Pitman

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